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sprachsensible Unterrichtsmaterialien in Leichter Sprache

Sprachheilpädagogischer Unterricht

Was ist sprachheilpädagogischer Unterricht?

Die Ratschläge und Materialien in diesem Bereich sind in erster Linie für den sprachheilpädagogischen Unterricht gedacht und wurden in diesem bereits eingesetzt. 
Nach Grohnfeldt & Schönauer-Schneider (2020, S. 265 zit. nach Reber & Schönauer-Schneider, 2022, S. 11) "handelt es sich beim sprachheilpädagogischen Unterricht um einen Oberbegriff zur Förderung und Therapie in schulischen Institutionen, der auf die Sprache des Kindes zentriert ist und durch Individualtherapie zu ergänzen ist". Dabei umfasst der sprachheilpädagogische Unterricht zum einen allgemeine Maßnahmen der Sprachförderung, mit denen Sprachstörungen vorgebeugt werden soll. Zum anderen werden aber auch sprachtherapeutische Maßnahmen dem sprachheilpädagogischen Unterricht zugeordnet, die sich auf Grundlage einer sprachlichen Förderdiagnostik am Entwicklungsstand eines Kindes bzw. Jugendlichen und den hieraus abgeleiteten Bedarfen orientieren (Reber & Schönauer-Schneider, 2022). 


Welche Zielgruppen hat der sprachheilpädagogische Unterricht? 

Zu den Zielgruppen des sprachheilpädagogischen Unterrichts zählen Reber & Schönauer-Schneider (2022) Schüler:innen, bei denen sprachliche Risikofaktoren vorliegen. Zu diesen Risikofaktoren lassen sich beispielsweise ein Migrationshintergrund und ein durch Sprach- und Schriftferne geprägtes Herkunftsmilieu zählen. Bei Kindern mit Risikofaktoren spielt neben der Prävention im Grundschulalter die Sprachförderung eine wichtige Rolle. Mithilfe sprachfördernder Maßnahmen soll Schriftspracherwerbsstörungen sowie Sprachverständnisstörungen begegnet und unzureichenden Kenntnissen bei der Aussprache, der Grammatik und dem Wortschatz entgegengetreten werden.

Auch Kinder und Jugendliche mit einer Sprachstörung bzw. Sprachbehinderung werden von Reber & Schönauer-Schneider zu den Zielgruppen des sprachheilpädagogischen Unterrichts gezählt. Bei Lernenden mit einer Sprachstörung oder Sprachbehinderung liegt eine spezifische Sprachentwicklungsstörung (SSES) bzw. umschriebene Sprachentwicklungsstörung (USES) nach ICD F80.0-F80.9 vor.


Was ist eine spezifische Sprachentwicklungsstörung? 

Spezifische Sprachentwicklungsstörungen (SSES) zählen zu den häufig vorkommenden Störungen der kindlichen Sprachentwicklung, die bei etwa 6-8% aller Vorschulkinder anzutreffen sind. Um das Vorliegen einer SSES diagnostisch bestätigen zu können, müssen sowohl primäre Beeinträchtigungen als auch sekundäre Sprachentwicklungsstörungen, hervorgerufen durch kognitive, sensorische sowie neurologische Beeinträchtigungen und beträchtliche Entwicklungsstörungen, ausgeschlossen werden. Bei Kindern mit SSES kann es zu einer Beeinträchtigung der Sprachproduktion und/oder des Sprachverstehens kommen, wobei die Probleme bis in das Jugend- und Erwachsenenalter andauern können (Schönauer-Schneider & Reber, 2014).


Welche Folgen für die Sprachkompetenz können spezifische Sprachentwicklungsstörungen haben?

Werden Kinder mit SSES hinsichtlich ihrer sprachlichen Kompetenzen miteinander verglichen, können große Unterschiede zutage treten. Es ist zwar möglich, dass lediglich eine sprachliche Ebene betroffen ist. Doch in der Regel kann von mehreren beeinträchtigten sprachlichen Ebenen ausgegangen werden (Aussprache, Grammatik und/oder Wortschatz) (Schönauer-Schneider & Reber, 2022).

Die Materialien im Sprachheilpädagogik-Bereich beziehen sich auf folgende sprachliche Ebenen:

  • Wortschatz
  • Grammatik
  • und Sprachverwendung

Literatur

  • ICD-10-GM-2023: F80.- Umschriebene Entwicklungsstörungen des Sprechens und der Sprache —Icd-code.de. (o. J.). Abgerufen 16. Dezember 2023, von https://www.icd-code.de/suche/icd/code/F80.-.html?sp=Sumschriebene+sprachentwicklungsst%C3%B6rung
  • Reber, K., & Schönauer-Schneider, W. (2022). Bausteine sprachheilpädagogischen Unterrichts (5., aktualisierte Auflage) (E-Book). Ernst Reinhardt Verlag.
  • Schönauer-Schneider, W., & Reber, K. (2014). Sprache. In Handlexikon Lernschwierigkeiten und Verhaltensstörungen (1. Auflage, S. 78–80) (E-Book). Verlag W. Kohlhammer.
  • Von Suchodoletz, W. (2014). Sprech- und Sprachstörungen. (E-Book) Hogrefe Verlag.
Wortschatz








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