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sprachsensible Unterrichtsmaterialien in Leichter Sprache

Der Leichte-Sprache-Chatbot und der Einfache Sprache-Chatbot

Hier werden der Leichte-Sprache- und Einfache-Sprache-Chatbot vorgestellt. Für ausführliche Informationen zur Wortschatzförderung und der Bedeutung des Wortschatzes für das Lernen sei an dieser Stelle auf die Bereiche zur Sprachheilpädagogischen Wortschatzförderung und zum Wortknacker verwiesen. 


Gründe für die Anwendung der Chatbots

Gemäß der Selbstbestimmungstheorie der Motivation von Deci & Ryan (1993) bedarf es zur Motivationsförderung bei Lernenden einer Berücksichtigung dreier Aspekte: 

  • Autonomie 
  • das Erleben eigener Kompetenz 
  • und das Einbezogensein in eine Gemeinschaft

Diesen Aspekten entspricht Unterricht, wenn er Kinder und Jugendliche beispielsweise im Sinne der Selbstregulation arbeiten lässt. Doch um Selbstregulation möglich zu machen, braucht es wiederholte, lernbegleitende Lernstandsfeststellungen, Kooperation und Feedbacks wie sie im Konzept des Formativen Assessments vorgesehen sind. 

In der Praxis kann das selbstregulierte Lernen jedoch bereits am fehlendem Wortschatz oder dem nicht vorhandenem Weltwissen scheitern, was Kinder und Jugendliche als frustrierend erleben können. Um dem entgegenzuwirken, wurden der Leichte-Sprache-Chatbot und der Einfache-Sprache-Chatbot erstellt. Beide Chatbots bieten Kindern und Jugendlichen eine Hilfestellung, die sich durch folgende Merkmale auszeichnet:

  • zeitnah: Die Chatbots geben zu dem Zeitpunkt eine Antwort, in dem eine Frage auftaucht.
  • individuell: Die Chatbots beantworten jeder/m Schüler:in die Fragen, die sie/er hat. 
  • stets verfügbar: Die Chatbots können auch bei Schwierigkeiten mit den Hausaufgaben helfen.
  • multikodal: Die Chatbots können auch Bilder generieren.
  • barrierearm: Die Chatbots orientieren sich an der Leichten oder Einfachen Sprache und Fragen können auch via Mikrofon gestellt werden. 
  • anonym: Die Benutzung der Chatbots kann von Kindern und Jugendlichen als weniger beschämend wahrgenommen werden, als eine Frage vor allen Mitschüler:innen zu stellen. 
  • inhaltlich richtig: Die Chatbots können die Richtigkeit einer Antwort mit einem integrierten Wikipedia-Abgleich überprüfen.
  • entlastend: Die Chatbots entlasten Lehrpersonen hinsichtlich der Differenzierung und der Begleitung von Arbeitsphasen, sodass sie schwächeren Schüler:innen mehr Unterstützung zukommen lassen können.


Der Leichte-Sprache-Chatbot

Der Leichte-Sprache-Chatbot orientiert sich für seine Antworten an den Regeln der Leichten Sprache nach Ursula Bredel & Christiane Maaß (2016a, 2016b). Da KI jedoch nicht dazu in der Lage ist, allen Leichte-Sprache-Regeln zu entsprechen und das Sprach- sowie Weltwissen der Zielgruppe zu antizipieren, lassen sich die Antworten eher der Leichten Sprache Plus zuordnen (Maaß, 2020), die Maaß zwischen der Leichten Sprache und der Einfachen Sprache verortet. 


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Der Einfache-Sprache-Chatbot

Der Einfache-Sprache-Chatbot wurde ebenfalls auf Grundlage der Leichte-Sprache-Regeln von Ursula Bredel & Christiane Maaß (2016a, 2016b) erstellt. Jedoch wurden im Hinblick auf das von Bredel & Maaß (2016b) vorgeschlagene Schubladensystem zur schrittweisen Anpassung der Textkomplexität und das Konzept der Leichten Sprache Plus (Maaß, 2020) folgende Änderungen vorgenommen.

  • Der Text wird fortlaufend dargestellt, sodass nicht jeder Satz auf einer eigenen Zeile steht. 
  • Sätze bestehen aus Haupt- und Nebensätzen. 
  • Die Antworten fallen umfangreicher aus. 

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Design des Leichte-Sprache- und des Einfache-Sprache-Chatbots

Auf den Bildern kann das Design der Chatbots nachvollzogen werden. Am Ende jeder Antwort erhalten Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, sich für eine von mehreren Optionen zu entscheiden. Diese Wahlmöglichkeit soll die Bedienung der Chatbots barriereärmer machen.

  • Hauptbildschirm
  • Datenschutz
  • Wahlmöglichkeiten

  

Quellen

  • Bredel, U., & Maaß, C. (2016a). Leichte Sprache: Theoretische Grundlagen, Orientierung für die Praxis. Dudenverlag.
  • Bredel, U., & Maaß, C. (2016b). Ratgeber Leichte Sprache: Die wichtigsten Regeln und Empfehlungen für die Praxis. Dudenverlag.
  • Deci, Edward L., und Richard M. Ryan. 1993. „Die Selbstbestimmungstheorie der Motivation und ihre Bedeutung für die Pädagogik“. Zeitschrift für Pädagogik 39(2):223–38. doi:10.25656/01:11173.
  • Maaß, Christiane. 2020. Easy Language – Plain Language – Easy Language Plus : Balancing Comprehensibility and Acceptability. Frank & Timme.




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